Camelbak Rim Runner 22 Test

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Camelbak Rim Runner 22 Test

 

Hersteller: Camelbak
Modell: Rim Runner 22
Volumen: 22 Liter
Gewicht (gemessen): 730 Gramm
UVP: 119 €

Unser Urteil

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Der Camelbak Rim Runner 22 ist ein klassisch geschnittener Tagesrucksack mit guter Polsterung und großen, leicht zu bedienenden Reißverschlußfächern. Der Rim Runner wird mit einer Trinkblase des Herstellers geliefert, wodurch sich der etwas hohe Preis relativiert. Trotz vieler durchdachter Details war er nicht unsere erste Wahl, dies lag zum Einen am subjektiv höheren Gewicht, das durch unser Nachwiegen allerdings nicht bestätigt wurde. Wir finden, dies liegt an der weichen Bauart ohne Stützendes Panel am Rücken. Der Rim Runner liegt immer flach auf dem Rücken auf und ist daher schlecht ventiliert. Zudem ist der Hüftgurt nicht gepolstert, was zum einen ein seitliches Wackeln begünstigt und zum Anderen bei höherem Gewicht nicht komfortabel genug ist.

Austattung

Der Tagesrucksack von Camelbak ist gut ausgestattet, kommt sogar mit Trinkblase für die ein sehr leicht zugängliches, großes Fach parat steht. Das separate Fach ist zudem beidseitig gepolstert, so dass Getränke in der Trinkblase länger kühl bzw. heiß bleiben. Der Rücken ist ähnlich konstruiert wie der des Deuter Speed Lite, Camelbak verzichtet auf ein formgebendes Inlay aus Plastik oder Metall und verbaut zwei vertikal, seitlich der Wirbelsäule verlaufende Polsterstreifen. Ähnlich sehen die Schultergurte aus, sie sind relativ dick gearbeitet, besitzen aber keine Lüftungsöffnungen. Das große vordere Fach ist intelligent unterteilt und bietet aufgeräumten Stauraum für allerlei Kleinkram, vom Handy über Müsliriegel bis zur Geldbörse.

Gewicht

Mit von uns gemessenen 730 Gramm (exklusive Trinkblase) ist der Camelbak objektiv einer der leichteren Rucksäcke im Test. Subjektiv fanden wir ihn eher beschwerend, da er wie Eingangs erwähnt, eng am Rücken anliegt und das Gewicht aufgrund der ungepolsterten Hüftgurte nur unzureichend verteilt und damit mehr Last auf den Schulterbereich überträgt.

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Komfort

Im Komfortkapitel kann der Camelbak Rim Runner nur bedingt punkten. Dies liegt vor allem an der klassischen Konstruktion die ohne Rückenunterstützung und Hüftpolster auskommen muss. Da der Camelbak flach am Rücken anliegt war die Belüftung bei schweißtreibender Aktivität ungenügend und unsere Wandershirts bzw. Biketrikots regelmäßig komplett nass. Für sommerliche Aktivitäten mit starker Anstrengung empfehlen wir Euch besser belüftete Modelle, z.B. den North Face Litus oder den Osprey Talon. Ein weiteres Komfortmanko ist die bereits erwähnte, fehlende Polsterung der Hüftgurte. Um nicht an der Hüfte einzuschnüren muss der Hüftgurt relativ locker getragen werden, was wiederum zu erhöhtem Druck auf den Schultern sorgt. Auf kurzen Strecken ist dies kein Problem, eine lange oder sogar mehrtägige Wanderung möchten wir damit eher nicht machen.

Bei kaltem Wetter und beim Biken bergab ist der eng anliegende Rückenteil erst angenehm, überhitzt aber schon nach kurzer Zeit. Zudem stört beim Radfahren ebenso wie beim Wandern die unzureichende seitliche Fixierung durch die Hüftgurte. Wer einen Daypack nur für kurze Strecken, etwa auf dem Weg zur Arbeit benötigt wird mit dem Rim Runner eher glücklich. Vor allem wenn der Laptop sicher und gut gepolstert transportiert werden soll, wäre der Camelbak Rim Runner unsere erste Wahl.

Vielseitigkeit

Der Camelbak Rim Runner 22 hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist er sehr variabeln und wartet mit durchdachten Details und guter Raumausnutzung auf, auf der anderen Seite schränkt die schlechte Belüftung die Verwendung bei hoher Aktivität stark ein. Für einen 22 Liter Tagesrucksack fasst der Rim Runner erstaunlich viel, was nicht zuletzt an der fehlenden Rückenbiegung liegt. Daher lässt sich dem Rim Runner zwar Vielseitigkeit attestieren, allerdings nicht so sehr im sportiven Bereich, als vielmehr im Freizeit- und Alltagsbereich wo er durchaus punkten kann.

Benutzerfreundlichkeit

Im Großen und Ganzen fanden wir die Benutzerfreundlichkeit des Rim Runner 22 OK, vor allem die leichtgängigen Reißverschlüsse und gute Fachaufteilung überzeugten uns. Komischerweise hat Camebak zwei der seitlichen Gurte so gelegt, dass beim vollständigen Öffnen des vorderen Faches jedesmal die beiden Verschlussschnallen geöffnet werden müssen. Der Sinn dahinter ist uns nicht klar geworden und hat uns bereits nach einiger Zeit genervt. Dies sollte Camelbak beim nächsten Modell überarbeiten.

Verarbeitung

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Die Verarbeitung des Camelbak Rim Runner 22 ist durchwegs gelungen. Der Hersteller verarbeitet robustes und hochwertiges Material. Die Materialauswahl an Schultergurten und vor allem am Rücken ähnelt der von Deuter. Beide Hersteller setzen auf dicke Polsterung ohne Belüftungsöffnungen. Reißverschlüsse und verwendetes Gewebe sind hervorragend und die mitgelieferte Trinkblase hat den üblichen sehr hohen Qualitätsstandard von Camelbak.

Einsatzzweck

Unserer Meinung nach ist das Konzept von Camelbak hier nicht ganz schlüssig. Wir hätten erwartet dass ein Produkt mit Trinksystem automatisch auch in die Ecke sportlich orientierter Kundschaft zielt, in der Praxis zeigt sich jedoch das der Camelbak besser im alltäglichen Freizeitbereich aufgehoben ist. In Schule, Uni oder beim Pendeln zur Arbeit macht er eine deutlich bessere Figur als in den Alpen oder auf einer Biketour. Die gute Polsterung macht ihn zur ersten Wahl für Leute die oft einen Laptop mitnehmen wollen.

Fazit

Der Rim Runner ist ein hervorragender Freizeitrucksack und vor allem für Pendler, Schule und Uni interessant. Für längere Touren in den Bergen ist die Belüftung unserer Ansicht nach nicht gut genug und der ungepolsterte Hüftgurt macht Gewichte von mehr als 4-5kg auf längeren Etappen zur Qual auf den Schultern. Für die oben genannte Zielgruppe ist der Rim Runner sehr gut, allerdings benötigen diese wohl nur selten die Trinkblase die man allerdings mitbezahlt.

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Test Camelbak Rim Runner 22, (c) outdoormaniacs.de

Die Rucksäcke wurden von uns speziell für diesen Test gekauft. Wir nehmen keine Produktsamples von Herstellern an um bestmögliche Objektivität zu gewährleisten

 

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